Pressemitteilung —
Villeroy & Boch erhält SBTi-Validierung für Net-Zero-Ziel 2050
Villeroy & Boch gehört zu den wenigen Unternehmen der globalen Keramik- und Sanitärbranche, deren langfristigen Klimaziele offiziell wissenschaftlich validiert sind. Die Science Based Targets initiative (SBTi) – eine globale Partnerschaft aus Carbon Disclosure Project, UN Global Compact, World Resources Institute und WWF – hat bestätigt, dass die globale Dekarbonisierungsstrategie und die darin enthaltenen Klimaziele des Unternehmens nachweislich mit dem Pariser Abkommen und in diesem Zug mit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C vereinbar sind.
Die Validierung ist nicht nur ein Gütesiegel: Sie verpflichtet. Bis 2030 wird Villeroy & Boch die direkten CO₂-Emissionen aus dem eigenen Betrieb um 45 % reduzieren. Dazu zählen beispielsweise Emissionen aus der Produktion und dem Energieverbrauch. Emissionen, die indirekt entlang der gesamten Lieferkette entstehen, sollen um 25 % gegenüber dem Basisjahr 2021 sinken. Bis 2050 strebt das Unternehmen zudem übergreifend das Ziel Netto-Null-Emissionen an. Das bedeutet, dass über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg keine Treibhausgase mehr in die Atmosphäre freigesetzt werden.
Fortschritt, der sich in Zahlen messen lässt
Zwischen 2021 und 2025 hat Villeroy & Boch seinen gesamten CO₂-Fußabdruck bereits um 27,2 % reduziert. Die Emissionen aus Scope eins und zwei gingen um 34,5 % zurück, maßgeblich getrieben durch Energieeffizienzmaßnahmen und langfristige Verträge zum Bezug von Ökostrom (sogenannte Power Purchase Agreements) und den Ausbau erneuerbarer Energien, durch welche die strombezogenen Emissionen sogar um 44,7 % sanken. Besonders hervorzuheben: Bei den indirekten Emissionen entlang der Lieferkette – die über 70 % des gesamten CO₂-Fußabdrucks ausmachen und erfahrungsgemäß am schwierigsten zu reduzieren sind – liegt Villeroy & Boch bereits bei einer Reduktion von 24,8 %.
International umgesetzte Maßnahmen
Hinter den Zahlen stehen konkrete technologische Investitionen. Im deutschen Dining & Lifestyle-Werk Torgau wurde ein neuer Enervit-Ofen implementiert, der den Gasverbrauch im betroffenen Prozessbereich um rund 20 % reduziert – das entspricht einer jährlichen Einsparung von 1.181 Tonnen CO₂. Auch am rumänischen Standort Lugoj wurde auf einen Enervit-Ofen umgestellt: Die Erneuerung der gesamten Ofensteuerung sowie die Umstellung der Verfahrenstechnik auf pulsierende Brenner ermöglichten eine Gasersparnis von 24 %. Die Modernisierung eröffnet perspektivisch zudem die Möglichkeit, den Ofen mit einem Wasserstoffanteil von bis zu 30 % zu betreiben. Am ungarischen Standort Hódmezővásárhely deckt die installierte Photovoltaikanlage rund 15 % des lokalen Strombedarfs.
Auch jenseits der Energieerzeugung treibt Villeroy & Boch Digitalisierung als Hebel für mehr Nachhaltigkeit voran: Im Werk Merzig setzt das Unternehmen auf KI-gestützte Qualitätskontrolle. Künstliche neuronale Netze analysieren Keramikteile direkt nach dem ersten Brennvorgang im Sekundentakt und identifizieren Defekte, bevor fehlerhafte Stücke energie- und kostenintensive Folgeprozesse durchlaufen. Ziel ist eine vollautomatisierte 100-Prozent-Zwischensortierung, durch die rund die Hälfte der Produktionskosten für Fehlartikel eingespart werden kann.
Investitionen in die Dekarbonisierung
Bis 2045 plant Villeroy & Boch Gesamtinvestitionen von über 140 Mio. €, darunter allein über 25 Mio. € bis 2030 für Ofenoptimierung und Wärmerückgewinnung. Parallel wird die Elektrifizierung von Brennöfen und der Einsatz von grünem Wasserstoff erforscht.
„Die SBTi-Validierung ist für uns weit mehr als eine Auszeichnung. Sie ist der wissenschaftliche Beweis, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Verantwortung kein Widerspruch sind. Mit den geplanten Investitionen in Dekarbonisierung legen wir ein wichtiges Fundament, auf das wir in den nächsten Jahrzehnten aufbauen können", so Dr. Markus Warncke, Finanzvorstand bei Villeroy & Boch.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2025.
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Der Villeroy & Boch Konzern ist einer der weltweit führenden Premium-Anbieter in den Bereichen Dining & Lifestyle sowie Bad & Wellness. Das 1748 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Mettlach, Deutschland, steht für Innovation, Design und Qualität. Mit seinen beiden Hauptmarken Villeroy & Boch und Ideal Standard ist der Konzern mit über 11.000 Mitarbeitenden in etwa 140 Ländern weltweit vertreten.